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© Guido Kramann

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1.1 Der Begriff Echtzeit

  • Neben der aufgrund der obigen Beispiele naheliegenden Interpretation des Begriffs Echtzeit im Sinne von schnell, taucht in der Literatur mindestens eine weitere Begriffsbestimmung auf:
  • Echtzeit im Sinne von rechtzeitig.
  • Um beide Begriffe gegeneinander abzugrenzen sei das spezielle Beispiel eines Zustands-Reglers mit Beobachter-Modell angeführt.

Zustands-Regler mit Beobachter-Modell

Zustandsregler mit Beobachter-Modell.

Bild 1.1-1: Zustandsregler mit Beobachter-Modell.

  • Bei einem Zustandsregler wird der komplette Systemzustand verwendet, um auf die zu regelnde Strecke zurückzuwirken.
  • Der komplette Systemzustand eines nur etwas komplexeren Systems läßt sich aber in der Regel nicht so einfach mit Hilfe von Sensoren erfassen.
  • Aus diesem Grund modelliert man die zu regelnde Strecke und gibt diesem Modell nur den unvollständig gemessenen Systemzustand vor, um damit die anderen Zustandsgrößen abzuschätzen und dem Zustandsregler zuzuführen.
  • Einerseits müssen alle hier erwähnten Berechnungsschritte schnell genug erfolgen, um das System ausregeln zu können.
  • Hiermit ist also Echtzeit im Sinne von "schnell" gefordert.
  • Andererseits soll aber auch der Modellprozeß parallel zu dem realen Prozeß ablaufen und zum gleichen Zeitpunkt in die gleichen Systemzustände übergehen.
  • Irgendwelche Schwankungen in der Rechengeschwindigkeit des verwendeten Prozessors dürfen diese Rechtzeitigkeit für das Vorleigen der Simulationsergebnisse nicht stören.
  • Damit hat man einen anderen Aspekt der Echtzeit vor sich, nämlich Echtzeit im Sinne von synchron / gleichzeitig, bzw. rechtzeitig.